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Jäger der verborgenen Steine

- Bedeutende Funde von Hobbygeologen im Landkreis Hall -

In Fachkreisen ist es längst kein Geheimnis mehr: Flußtäler und Steinbrüche in Hohenlohe versprechen Fossilienjägern und Geologen aufregende Funde. Im Landkreis Schwäbisch Hall suchen Mitglieder von geologischen Arbeitskreisen höchst erfolgreich nach Spuren der Vergangenheit.

Im vergangenen Jahr haben Mitglieder des Arbeitskreises, allen voran Werner Kugler, Vertreter der ersten Dinosauriervorgänger, die bereits 5 m lang wurden, aujagsttal im muschelkalk el dorado der fossiliensammlersgegraben. In benachbarten Schichten fanden die Hobbyforscher zahlreiche Amphibienschädel sowie die Überreste säugetierähnlicher Saurier. Die Länge der gefundenen Schädel variiert zwischen 15 und 80 cm. Diese Aufsehen erregenden Entdeckungen stammen nicht etwa aus Mexico oder den kanadischen badlands, sondern aus einem kleinen Steinbruch im Bühlertal.

Der Leiter des "Geologischen Arbeitskreises im Museums- und Kulturverein Kirchberg/Jagst", Karl Wiedmann, sprüht nur so vor Begeisterung, wenn er von den Aktivitäten der rund 50 Mitglieder starken Gruppe erzählt. So haben sich die Mitglieder des 1980 gegründeten Arbeitskreises kürzlich bereits zum sechshundertsten mal getroffen. Auch in diesem Frühjahr werden in Zusammenarbeit mit der VHS wieder geologische Einführungskurse für Jugendliche vorbereitet. Und immer wieder sorgt der Verein mit unterschiedlichsten Ausstellungen für Gesprächsstoff. So fand etwa die Präsentation der Hohenloher Feuersteine im Crailsheimer Stadtmuseum ein begeistertes Publikum. Das vom Arbeitskreis herausgegebene Buch "Entstehung, Schönheit und Rätsel der Hohenloher Feuersteine", so Wiedmann, findet noch immer reißenden Absatz. Diese Feuersteine aus dem Schrozberger Raum gelten bislang als die weltweit schönsten. Und in der Tat, die farbenprächtigen Fotos der im nördlichen Hohenlohe gefundenen Feuersteine sind wahre Augenweiden. Das Farbspektrum der aufgeschnittenen und geschliffenen Steine reicht von tiefstem Zinnoberrot über leuchtende Orangetöne bis hin zu zartem Hellblau.

Die Geschichte berühmter Kirchberger Ausgrabungen reicht weit zurück bis ins 19. Jahrhundert. Um 1839 wurde mit dem ersten Fund von Dicerorhinus kirchbergensis eine Nashornart nachgewiesen, die zwischeneiszeitliche Wälder besiedelte. Gipsabgüsse der Zähne dieses Dickhäuters, so Wiedmann, sollen im Kirchberger Stadtmuseum ausgestellt werden. Bis zur Eröffnung am 27. September dieses Jahres wird der Arbeitskreis die zwei Gewölbekeller der Geolgischen Abteilung gestaltet haben, blickt der engagierte Hobbygeologe gelassen nach vorne.

"Kunst, Fossilien, Natur"

Immer wieder zeigen auch einzelne Mitglieder ihre gesammelten Schätze. So hat kürzlich Klaus Eisenbarth in der Wiesenbacher Kunstkapelle unter derm Motto "Kunst Fossilien Natur" seine schönsten Funde aus der Urzeit ausgestellt. Kaum zu glauben, dass die aufwändig präparierten Exponate wie die gewundenen Gehäuse der Ammoniten, die langstieligen Seelilien mit ihren filigranen Fangarmen oder feinziselierte Muscheln bereits vor rund 200 Millionen Jahren zu Stein wurden.

Mit seinen 12 Mitgliedern erreicht der in Schwäbisch Hall ansässige "Geologische Arbeitskreis bei der Volkshochschule" nicht die Stärke der Kirchberger Gruppe. Doch die Aktivitäten sind ähnlich bemerkenswert. So berichtet der Vorsitzende Dr. Hellmar Weber von zahlreichen Exkursionen, die in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule angeboten werden "und zu denen jeder Interessierte willkommen ist". In der Haller Gruppe finden sich neben Fossilienjägern Gesteinsexperten, die gerade Ausstellungsvitrinen in der Großaltdorfer Mehrzweckhalle mit natürlichem Gips, Gesteinen und Kristallen bestückt haben. Weber selbst hat sich vor allem der Landschaftsentstehung verschrieben. Die unterschiedlichen Schichten des Muschelkalks und des Keupers mit ihren charakteristischen Talformen und Oberflächengestalten, so Weber, lassen sich für geübte Augen aus der Landschaftsoberfläche ablesen.